Unterstützer*innen im Interview: AWO International

Unterstützer*innen im Interview: AWO International

AWO International ist seit Februar 2016 offizieller Kooperationspartner von SOS MEDITERRANEE und unterstützt so die Arbeit von SOS MEDITERRANEE.

Ingrid Lebherz, Geschäftsführerin von AWO International, zusammen mit Klaus Vogel, Gründer und Vorstand von SOS MEDITERRANEE, beim Open Ship Bremerhaven

Ingrid Lebherz zusammen mit Klaus Vogel beim Open Ship Bremerhaven © AWO International

 

  1.    Weshalb unterstützen Sie als erster deutscher Kooperationspartner SOS MEDITERRANEE?

Seit dem letzten Jahr erleben wir noch deutlicher als zuvor, dass das Mittelmeer zu einer tödlichen Route für Kinder, Frauen und ganze Familien wurde, die vor Krieg und Gewalt fliehen müssen. Tagtäglich erreichen uns Nachrichten von Menschen, die an den Außengrenzen unseres „zivilisierten“ und „demokratischen“ Europas ertrinken. Das ist ein unerträglicher Zustand. Als humanitäre Hilfsorganisation sind wir überzeugt, dass dort unmittelbare Hilfe notwendig ist. Die Vision und Idee, eine „Europäische Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer“ zu gründen, entspricht unseren Zielen und Werten als Arbeiterwohlfahrt: auf drängende Probleme müssen gesamtgesellschaftliche bzw. europäische Antworten gefunden werden, die langfristig etwas verändern.

 

  1.    Wie wurden Sie auf die Arbeit von SOS MEDITERRANEE aufmerksam?

Wilhelm Schmidt, der Präsident der Arbeiterwohlfahrt, gehörte zu den Erstunterzeichnern eines offenen Briefes zur Unterstützung von SOS MEDITERRANEE. Er bat uns zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, die Initiative zu unterstützen. Daraus ist dann die Kooperation entstanden.

 

  1.    Warum ist die zivile Seenotrettung im Mittelmeer so wichtig?

Weil es sie bisher nicht gibt! Seit 2010 sind mehr als 35.000 Menschen an den Außengrenzen Europas ums Leben gekommen. Es gibt nicht genügend Rettungsschiffe im Mittelmeer. Im Falle von Katastrophen leisten zivilgesellschaftliche humanitäre Hilfsorganisationen einen wichtigen Beitrag, um Menschen in Not zu helfen. Das gilt auch für eine zivile Seenotrettung. Zudem kann die zivile Seenotrettung frei und unabhängig über die katastrophale Lage der Geflüchteten berichten.

 

  1.    Was hat die zivile Seenotrettung mit humanitärer Hilfe zu tun?

Humanitäre Hilfe braucht es dort, wo Menschen unverschuldet in Not geraten sind und sich nicht selber helfen können. Menschen, die sich auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer machen, fliehen vor humanitären Krisen und riskieren mangels Alternativen ihr Leben. Humanitäre Hilfe und die zivile Seenotrettung haben ein gemeinsames Ziel: Menschen in Not bedingungslos zu helfen.

 

  1.       Weshalb sollten noch mehr Menschen und Organisationen SOS MEDITERRANEE unterstützen?

Wenn wir die Werte Europas ernst nehmen, dann braucht es ein starkes Zeichen einer solidarischen und demokratischen Zivilgesellschaft. Es braucht eine gemeinsame Seenotrettung, die auch zu Wasser grenzüberschreitend und solidarisch agiert. Jede Unterstützung ist ein Signal, dass wir die aktuellen Zustände im Mittelmeer nicht hinnehmen und konkrete Hilfe vor Ort leisten.